Arbeiten bis zur Erschöpfung

Um in Deutschland seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können sind viele Menschen gezwungen in mehreren Jobs gleichzeitig tätig zu sein.

So konnte man noch um 1985 als Einzelkämpfer mit nur einem Job alleine für seine Familie sorgen. Ein angelernter Bauwerker verdiente damals Zirka 16,- Deutsche Mark und hatte damit ein monatliches Durchschnittseinkommen von mindestens 2560,- DM. Nach Abzug der Sozialabgaben blieben dann noch zirka 2000,- DM übrig. Die Mieten für eine durchschnittliche 2,5-Zimmer Wohnung lagen bei 350,- Mark. Eine 4 köpfige Familie kam mit 400,- DM für Lebensmittel recht gut aus. Zirka 250,- DM kostete Strom/Gas, Telefon, Fernsehgebühren etc.. Da blieb dann 1000,- DM für Pflegeprodukte, Kleidung, kleinere Luxusgüter, einen jährlichen Familienurlaub und sogar eine Rate für das Auto übrig. Das habe ich damals miterlebt und arbeitete mich bis zum Baggerfahrer mit 25,- DM/Std. hoch.

arbeitsmoral

Heute ist alles anders und vieles schlechter!

Schuften bis der Arzt kommt und kein Geld in der Tasche. Ein Job genügt einfach nicht mehr und so gibt es viele, die 2 oder 3 Jobs haben und sich total verausgaben – bis zum Burnout.

Einen Bauhelfer im Abriss will man mit 7,86 Euro in der Stunde abspeisen. 1257,- Euro brutto reichen für eine Familie um sie in den Abgrund zu stürzen. Nach den Sozialabgaben bleiben höchstens noch 800,- Euro übrig. Davon gehen 600,- Euro für die Wohnungsmiete drauf. Vom Geld für Lebensmittel und Kleidung braucht man gar nicht mehr zu reden.
Ähnlich ist es im Kuriergewerbe. 1400,- Euro Netto bekommt man, wenn immer pünktlich geliefert wird, keine Kundenbeschwerden kommen, das Fahrzeug immer sauber ist und man keinen Unfall hat.
Und wenn man bereit ist täglich mindestens 12 Stunden zu arbeiten.

 

Schuld an diesem Dilemma sind 3 wesentliche Faktoren:

  1. überzogen angestiegene Lebenshaltungskosten eines jeden Bürgers mit Einführung des Euro (meist wurde aus DM gleich Euro)
  2. dramatisch steigende Mietkosten für Wohnraum – Steigerungen seit 2005 um 64%
  3. Lohnleistungen, Steuerlast und Sozialabgaben der Arbeitgeber für einen Mitarbeiter

Es muss sich etwas ändern und wir möchten hier gerne Möglichkeiten präsentieren.

Wer solche Beispiele kennt oder auch andere Gründe nennen kann, bitte ruhig hier als Kommentar reinschreiben. Auch Lösungsansätze sind willkommen.

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